Lüftungskanal und Rohrdurchmesser dimensionieren
Die Dimensionierung beantwortet die umgekehrte Frage zum Druckverlustrechner: Welche Leitungsgröße braucht ein gegebener Volumenstrom? Vorgegeben wird entweder die höchste zulässige Strömungsgeschwindigkeit oder das höchste zulässige Reibungsgefälle in Pa/m. Das Ergebnis wird auf die nächste Normgröße aufgerundet.
Nach Geschwindigkeit
Aus Volumenstrom und Geschwindigkeit folgt der nötige Querschnitt A = V̇ / (3600 · v). Für ein Rundrohr ist d = √(4·A/π), für einen Rechteckkanal mit fester Höhe h die Breite b = A/h. Die Geschwindigkeit bestimmt vor allem das Strömungsgeräusch.
Nach Reibungsgefälle
Das Reibungsgefälle R = λ/dh · ρ/2 · v² hängt über die Rohrreibungszahl λ selbst vom Durchmesser ab. Die Größe wird deshalb schrittweise gesucht, bis R dem Grenzwert entspricht. Werte um 1 Pa/m sind in Komfortanlagen üblich; lange Leitungen und leise Anlagen werden eher mit 0,5 Pa/m ausgelegt.
Normreihen
Runde Luftleitungen werden nach DIN EN 1506 in Nenndurchmessern wie 100, 125, 160, 200, 250 und 315 mm gefertigt. Rechteckige Kanäle haben nach DIN EN 1505 Seitenlängen wie 100, 150, 200, 250, 300, 400 und 500 mm. Rechteckkanäle sollten ein Seitenverhältnis von etwa 4 : 1 nicht überschreiten, weil flache Kanäle bei gleichem Querschnitt mehr Druck verlieren.
Beispiel
1500 m³/h im verzinkten Rundrohr bei höchstens 1 Pa/m: rechnerisch sind etwa 320 mm nötig. DN 315 liegt mit 1,08 Pa/m knapp darüber, empfohlen wird DN 355 mit 0,60 Pa/m und 4,2 m/s.